Japan, du hast uns alle angelogen!

Nach Fukushima hatte man gedacht, dass Japan nicht wieder versuchen wĂŒrde plump eine Katastrophe zu verschleiern und den Sicherheitsmythos wieder aus der Mottenkiste zu holen.

Doch sie haben uns enttĂ€uscht…

Kein Deutsch-Japanisches Ringelpitz mit Anfassen mehr: Japan verhĂ€ngt ein Einreiseverbot fĂŒr Deutsche (Stand: 26.03.2020)

Deutschlands Misstrauen

Das Infektionsrisiko in Japan ist nicht seriös einzuschĂ€tzen. Von einer hohen Dunkelziffer von Infektionen, bedingt durch die geringe Zahl durchgefĂŒhrter Tests, ist auszugehen.

COVID-19 Testmöglichkeiten gibt es weiterhin nur fĂŒr bereits schwer erkrankte Personen (Symptome und 4 Tage hohes Fieber) und fĂŒr Personen mit anderweitigem Anfangsverdacht (Kontakt zu Infizierten, Aufenthalte in Risikogebieten).


Landsleutebrief 8, Ihre deutschen Auslandsvertretungen in Japan, 26.03.2020

Das sind ziemlich deutliche Worte von Diplomaten, die normalerweise ziemlich… nun ja, diplomatisch sind. Niemand vertraut Japan.

Anfangs war ich bereits davon ausgegangen, dass die Zahlen aus Japan nicht stimmen könnten. Durch Freunde auf Twitter und aus Japan habe ich bereits einige kritische Stimmen vernommen.

Denn in Japan wird viel zu wenig getestet. Japan versucht die Zahlen kĂŒnstlich gering zu halten. Frei nach der Methode:

Wer nicht getestet wird, hat auch kein Corona! Easy!

Kritisch haben wir die Lage beĂ€ugt. Die Dunkelziffer musste weitaus höher sein. Doch eine Zahl ließ mich stutzen…

Tote lĂŒgen nicht

Da man bei der Krise, wenig mit verlĂ€sslichen Informationen arbeiten kann, kann man sich nur auf die offiziell gemeldeten Zahlen aus allen LĂ€ndern berufen. Doch natĂŒrlich ist die Dunkelziffer immer weit höher.

Doch woher weiß man, wie hoch ungefĂ€hr die Dunkelziffer der Corona-Infizierten eigentlich ist? Wie kann man das wahre Risiko konkret einschĂ€tzen?

Ein Artikel von Tomas Pueyo hat uns fĂŒr die gesamte Situation die Augen geöffnet: Coronavirus: Why You Must Act Now

Man wird nie genau wissen, wie viele Leute wirklich infiziert sind. Aber, was man ganz sicher weiß, ist die Zahl der Toten und auch die Schnelligkeit, mit der sich das Virus ausbreitet.

Anhand der Zahl der Corona-Toten und der Ausbreitungsgeschwindigkeit, kann man einen relativ guten Eindruck dafĂŒr bekommen, wie viele Leute wirklich infiziert sein mĂŒssten im Moment.

That means that, if you are not diagnosing all cases, one death today means 800 true cases today.

Tomas Pueyo

Dieser Artikel hat uns direkt davon ĂŒberzeugt, dass es besser ist nur noch Home Office zu machen. Vor allem in Anbetracht der tĂ€glich dazu kommenden Corona-Opfer in Deutschland.

Und das noch bevor Bayern vorgeprescht ist mit seinen AusgangsbeschrĂ€nkungen. Denn mit dem Modell konnte man sich schon errechnen, wie viele Leute wirklich erkrankt sein mĂŒssten.

NatĂŒrlich handelt es sich um ein statistisches Modell und die Zahlen werden auch nicht zu 100% akkurat sein können. Aber sie geben uns einen besseren Einblick in die Dimensionen, die die Krise hat. Besser zumindest, als die offiziellen gemeldeten Zahlen.

Statistische RealtÀt vs politische RealitÀt

Mit den aktuell 43 Corona-Toten in Japan, könnte es unter dem Modell ungefÀhr bis zu 34.400 wahre Infektions-FÀlle geben. Das sind weit mehr als die 1193 Infizierten, die Japan offiziell meldet. (Stand: 26.03.2020, laut WHO)

Meine These war damit statistisch bestÀtigt, dass Japan mit der Zahl der Infizierten Schindluder treibt. Dennoch ging das Leben in Japan bis jetzt normal weiter.

Berichte von ĂŒberfĂŒllten KrankenhĂ€usern? Fehlanzeige! Androhungen von Ausgangssperren? Fehlanzeige! Eine unfassbar hohe Zahl von Toten? Fehlanzeige!

Japan konnte zwar die Zahl der Infizierten „klein halten“, aber was Japan nicht kann ist es, die Zahl der Toten zu verschleiern. Die Anzahl an Corona-Opfern ist möglicherweise die einzige seriöse Kennziffer in dieser ganzen Krise.

Sollte Japan also wirklich vom Virus ĂŒberrannt werden, dann mĂŒsste die Zahl der Toten in Japan extrem in die Höhe schnellen und das Gesundheitssystem ĂŒberlasten. Das ist aber nicht passiert. Der Alltag war normal. Zu normal…

Corona? Kann man das Trinken? Der KirschblĂŒtenrausch geht auch dieses Jahr unbeirrt weiter! (Hört auf Corona Partys zu feiern! Das Foto ist von 2015 ĂŒbrigens…)

Aus diesem Grund kamen wir zu dem Schluss, dass Japan irgendwas richtig oder ganz anders machen musste, als die restliche Welt. Denn Deutschland (und Europa allgemein) hatten in kĂŒrzerer Zeit, weitaus mehr Tote als Japan. Und Und das obwohl sich Japan bereits um etwa zwei Monate lĂ€nger damit herumschlĂ€gt.

Den subjektiven Versuch die Ursachen dafĂŒr zu finden, warum wohl Japan besser klar kommt als Europa, seht ihr hier:

Geld oder Leben!

Der Traum von Olympia: geplatzt! (na gut, verschoben!)

GefĂŒhlt ein halbes Jahrzehnt hat sich Japan auf diesen Moment vorbereitet: „Tokyo Olympics 2020“! Seitdem ich nach Japan kam, wurde ich fast tĂ€glich mit den Vorbereitungen fĂŒr und von der Vorfreude auf Olympia genervt.

Hier versuchte eine Bahngesellschaft bis Olympia die Bahnhöfe zu optimieren, da in Shibuya hat man sich beeilt noch mal den ein oder anderen Wolkenkratzer aus dem Boden zu stampfen, bevor die GĂ€ste kommen. Und im Fernsehen wurde mit jedem Jahr Olympia immer mehr zum Thema. Was fĂŒr eine Aufregung!

So weit, dass ich mich fragte, ob sich Japan nicht zu viel von diesem Event erhoffte? Olympia wurde die ganzen Jahre als Ausrede genommen Dinge anzustoßen und zu verĂ€ndern. Denn 2020 ist doch Olympia!!!

Aber wĂŒrde nach den Spielen nicht vielleicht eine große ErnĂŒchterung eintreten?

Ob Olympia dem Hype gerecht wurde, werden wir nun leider erst 2021 erfahren. Denn nun wurden sie nach Druck des Auslands und der Einsicht der Politik endlich verschoben!

Senpai hat ein Update zu dem Thema gemacht:

Und siehe da! Plötzlich bewegt sich etwas! Die Virusinfektionen in Tokyo steigen! (Auch hier mĂŒssen wir mit den offiziellen Zahlen weiter vorsichtig sein…)

Plötzlich prescht Gouverneurin Koike vor und mahnt die Bewohner Tokyos am Wochenende Kontakt zu vermeiden und zuhause zu bleiben. Die Ansprache erinnerte mich ein wenig an die Ansprache von Merkel an Deutschland, bevor man Kontaktverbote erließ.

Senpai in seiner Story

Ging es etwa die ganze Zeit darum das Corona-Problem klein zu halten, damit das langersehnte Olympia stattfinden konnte? War der Regierung Geld wichtiger als Menschenleben? Konnte man jetzt das Problem endlich ernsthaft angehen, nachdem das Event fĂŒr dieses Jahr abgepfiffen wurde???

Ein Verschwörungstheoretiker, der Böses denkt…

Corona weckt den Hamster in dir

Senpai im Supermarkt gestern. Leere Regale und lange Schlangen.

Da jetzt Olympia endlich verschoben wurde, scheinen alle DĂ€mme zu brechen. Politiker dĂŒrfen wieder ehrlicher sein, BĂŒrger dĂŒrfen durchdrehen und Panik bekommen und es darf endlich ernsthafter auf den Virus getestet werden.

Japan hat durchaus einige Sachen richtig gemacht, mit bestimmten Maßnahmen, wie frĂŒhe Schulschließungen etc. und den Vorteil gehabt, eine weniger kontaktfreudige Kultur zu haben.

Aber die LĂŒge, dass Japan Corona gemeistert hat, ist ein fĂŒr alle mal aufgeflogen. Und das sehr deutlich.


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