Ab zum Strand nach verantwortungsvollem Trinken!

Triggerwarnung: Bei diesem Text handelt es sich um ein Remake meines ersten Blogartikels auf Tokyo, der Moloch und Ich. Ihr seid gewarnt!

Es ist Ende März 2015:

Endlich ist es soweit, nach langem Warten und Bangen, bin ich in Japan angekommen. Von Tôkyô selbst habe ich leider noch nicht so viel gesehen, außer Bahnhöfe, Flughäfen und U-Bahnen. Dafür umso mehr vom geilen Kaff Tsujidou.

Warten auf den Narita Skyliner nach Tokyo

Hier wohnt mein Kumpel, dessen Familie mich bei sich aufgenommen hat, für die Tage, bis ich ins Wohnheim ziehen kann. Tsujidou ist ein wenig wie Gera. Insider wissen was ich meine.

Dunkle Straßen, lange Gesichter, kuhle Leute und eine homogene Population, trifft auf null Ausländer und es gibt im Grunde nicht viel Besonderes, außer ein paar Ecken, die zwar für Touristen uninteressant sind, aber für mich ihren Wert haben.

Die Aussicht ist gut von der Sea Candle in Enoshima.

Wie auch immer. Nachdem ich schon über 24 Stunden nicht schlafen konnte und mich der Papa meines Kumpels gastfreundlich abgefüllt hat …

(„hier trinke Bier! Deutsche sind stark! Und diesen Whisky! Und den speziellen Sake hier!“)

… schien es eine gute Idee zu sein, nochmal mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren und den japanischen Straßenverkehr am eigenen Leib zu erfahren.

Alles war im Grunde so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Nur enger.

Life Hack: In Japan herrscht keine Helmpflicht!

Nachdem ich gefühlt 5 Mal überfahren wurde, haben wir es sogar ans Meer geschafft. Und an den großen Schrein der Stadt. Und im Kombini habe ich auch zum ersten Mal eingekauft!
WOW! 😳

Demonitarisiert weil sexy.

Wie ein neugieriges betrunkenes Kind, sauge ich alle neuen Eindrücke in mich auf. Aber:

Vielleicht liegt es am Jet-Lag oder am Fusel, aber ich habe nicht das Gefühl hier ein wirklich neues Land zu betreten. Ich meine klar, mein Gefühl transzendiert gerade zwischen:

„Wow, endlich Japan, das Leben fängt an!“ und dem Gefühl überhaupt nicht fremd zu sein. Ich bewege mich durch diese Straßen, als hätte ich schon immer hier gewohnt. Abgesehen davon, dass ich das U-Bahn System nicht verstehe.

Dennoch: Gera und Tsujidou, wo ist der Unterschied? 

Chill it ‚til you make it! Das Wohnzimmer meines Kumpels.

Am nächsten Tag hatte der feine Herr Ausgang und notwendige Einkäufe standen an. Meine deutschen Geräte ließen sich nicht ins japanische Stromnetz löten, also musste ein Adapter her, sonst war mein Laptop nutzlos.

Angekommen in der Mall fühlte ich mich wie auf einem fremden Planeten. In Japan sind selbst die kleinsten Dörfer in etwa so groß wie Berlin und ich war konfrontiert mit trillionen Japanern auf meinem Weg zum Elektroladen.

Zwillinge bei der Geburt getrennt

An meiner Seite mein Kumpel, der weniger Restalkohol im Blut hatte, als der Denny. Nach 24 Stunden unterwegs und anschließendem Jet-Lag hatte ich noch nie so gut geschlafen! Trotzdem war ich benebelt und blind für die Blicke der Bewohner von Yamato.

Ich stach aus der Masse wie ein Filmstar ohne Oscar. Tokyo war Ausländer längst gewohnt, doch wir befanden uns hier in der Pampa. Jeder starrte mich verstohlen an. Dann blickten sie hinüber zu meinem Kumpel. Dann wieder zu mir.

„Wow, der langweilige Typ hat einen eigenen Ausländer!“, dachten sie, doch ich bemerkte nichts.

Japaner, die sich mit Ausländern abgaben konnten ihren Status in der Gesellschaft immens erhöhen, denn sie standen im Verdacht gut Englisch zu sprechen.

Und gut Englisch zu können war immer ein Plus! (Wir sprachen auf Japanisch, aber das merkte keiner!)

Rückblickend war mein ganzer Aufbruch nach Japan vor allem eins:

Geistesgestört!

Hätte ich gewusst, was auf mich zukommen würde, dann hätte ich niemals einen Fuß auf dieses Archipel gesetzt (Ich habe keine Ahnung was Archipel bedeutet, aber lasst mich halt auch mal kluge Wörter benutzen! Okay?!?!?
😡 )

Enoshima Sea Candle Kamakura View
Arschi…peeeel!

Auf diesen stock-nüchternen Tag folgten 4,2 Jahre Leben und Arbeits-Exzess in Tokyo, dem größten Moloch der Welt. Und ich war mir bewusst, dass mich dieser Moloch verzerren würde.

Doch ich wollte es noch nicht sehen. Denn ab jetzt war jeder Tag für mich ein Aufwachen im Paradies.

Fortsetzung folgt!

Für alle, die komplett bescheuert sind und wirklich nach Japan auswandern wollen, hier eine Playlist zu unseren Auswanderer-Podcasts!


2 Kommentare

Mahiro Hayashida · 25. März 2020 um 7:28

Ich glaube, die wollten dich garnicht umnieten. Die wollten ehr deine Reaktionsfähigkeit testen. Japaner sind doch lieb.
Liebe Grüße,
Mahi

    Denny · 25. März 2020 um 10:40

    Ja, Höflichkeit geht einen langen Weg. 🤗🍵 Gruß Denny

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