Das Eis ist heiß!


Wie wäre es mit Eis, das niemals schmilzt? Toast, der nie auf die Butterseite fällt? Kirschen als Ohrringe oder einen Tintenfisch für die Tasche?

In Tokyo ist alles möglich! Wer schonmal in Japan war, dem wird aufgefallen sein, dass viele Restaurants Essreplika ausstellen, um den potentiellen Konsumenten zu zeigen, was er kriegt (im besten Fall aber nicht aus Plastik).

Ich war für euch in der Kappa Street in Asakusa in Tokyo und habe mir die Sache mal genauer angesehen.

Asakusa in Tokyo! Durchaus eine Reise wert!


Die Kappa Street, unweit des berühmten Kaminari-Mon, ist eigentlich für Restaurantausstattung gedacht. Es gibt unzählige Läden, die Küchenutensilien anbieten, Hocker und Stühle oder eben Fake-Food.

Willkommen in Asakusa! 


Omipräsent ist der Kappa, eine mythologische Kreatur, die im Wasser lauert und sich seine Opfer schnappt. Dank Games und Mangas wurde das Ding dann verniedlicht und ist jetzt massenkompatibel.

Der Schutzpatron der Kappa Street: Der goldene Kappa. Ein Ding, halb Mensch, halb Schildkröte (Teenage Mutant Ninja Turtles?)


Ich bin aber weder hergekommen, um mir die Kappas zu geben, noch um ein Restaurant zu eröffnen. Ich wollte das echte Fake-Food Japans sehen!

Äh, Godzilla? Kannst du mal eben den Käfer da weg machen?


Auf der Kappa Street gibt es dafür mehrere Läden, die sich auf Fake-Food spezialisiert haben. 1917 wurde das erste Fake-Food aus Wachs entwickelt und fand als Experiment seinen Weg in ein tokyoter Restaurant, wo es ausgestellt wurde.

 

Übrigens, wenn ihr dieses Maskottchen seht, seid ihr in der richtigen Straße.


Das Fake-Food war dabei ein super Blickfang, bedeutete sehr bald höheren Umsatz und reduzierte lange Gesichter, wenn die Portion mal wieder kleiner war, als erwartet.

Mit dem Fake-Food kann man also schon vor den Restaurant abchecken, wie groß und umfangreich das Mahl wird.

Kleiner Laden, großer Andrang.


Erst 1932 wurde die Sache aber richtig ins Rollen gebracht mit Ryuzo Iwasaki, der begann seine eigenen Fake-Food Kreationen in Osaka zu verkaufen.

Dann kehrte er in die Präfektur Gifu zurück, aus der er stammte, und begann mit dem Big Business. Und genau das ist es. 80% der Fake-Food Sachen stammen nach wie vor aus Gifu.

Vorsicht! Die Pasta knackt ein bisschen beim Kauen!

 

Manche Fake-Food-Teile können als moderne Kunst gehandelt werden! Der Fisch im Bild kostet 230.000 Yen (ungefähr 2000 Euro).


Heutzutage werden die Sachen nicht mehr aus Wachs gemacht, sondern aus einem speziellen Plastik. Wachs verliert nach der Zeit Farbe und Qualität, Plastik bleibt für die Ewigkeit.

Und ein Fake-Fisch wie der im Bild oben, der im Jahre 1994 gemacht wurde, sieht auch heute noch frisch aus!

Wie wäre es mit was Süßem?


Das echte Essen wird zum Hersteller gebracht und dann zu einer Form gemacht, die für die Produktion des Fake-Foods benutzt wird. Danach geht es mit Pinsel, Messer und Airbrush zur Sache.

Sieht noch nicht so lecker aus…
Schöner werden! Es geht auch ohne Photoshop!
Na welche Seite ist echt? Spoiler: Beide Fake.


Wer Bock hat, kann sich auch ein eigenes Fake-Food-Kit kaufen! Das perfekte Geschenk für nervige Kinder! Damit sind sie erstmal beschäftigt.

Do it yourself Fake-Food. Wer braucht schon Kochen lernen, wenn er realitätsgetreues Fake-Food machen kann?


Ansonsten gibt es eine Reihe netter Gimmicks, die man sich in den Läden holen kann.

Pimp my Lichtschalter.
Für alle, die nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen haben wollen!
Wie wäre es mit leckeren Schlüsselanhängern?
Diät-Tipp: Vor dem Essen muss die Pizza erstmal zusammengepuzzelt werden. 
Schon wieder dieser Käfer…


Okay, das war es dann erstmal von mir! Besucht doch auch unsere restlichen Kanäle!

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Ansonsten noch viel Spaß mit den restlichen Bildern!

Ich esse heute nur einen Burger! Versprochen!
Manche Kunst ist pure Magie!
Aus diesen lahmen Stoffen werden appetitliche Sachen. Aus dem gelben Zeug da links wird übrigens Fake-Bier! 
Fake-Food-Bürobedarf. Wird sich der Fake-Food-Markt auch in Europa behaupten?
Einmal Ochsenzunge zum anhängen bitte.
Traditionelles japanisches Handwerk!
Sushi… Magnete!
Der Fake-Food-Laden.
Wer hat Hunger?
Ein paar Pancakes zum Frühstück.
Und täglich grüßt der Skytree!
Willkommen!

 

Fliegende Untertassen sind von gestern.
Wer den Weg des Fake-Foods meistert, kann ein wahrer Chef werden!
Wer wollte nicht schon immer mal ein paar Yakitori-Spieße für die Hosentasche?


Ein interessanter Link zum Thema:


Japancine – Fake Plastic Food: Inside Japan’s Fake Food Factories


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